WER ENTSCHEIDET ?!

Über Selbstbestimmung, familiäre Zuge-hörigkeit und Tradition für Jugendliche aller Kulturkreise

Ab Klasse 8.

Ilah besucht die Berufsschule und strebt einen Abschluss als Medizinisch-Technische Assistentin an. Sie ist fleißig und fühlt sich in der Klasse wohl. Während der Vorbereitungen für ein Schulfest, lernt sie Nico kennen. Es macht ihr Spaß, mit ihm zu reden. Auf dem Schulfest verabreden sie sich. Vielleicht ist sie ein bisschen verliebt. Ihre Mutter darf das nicht wissen, denn Nico ist deutsch. Ilah`s Mutter ist alleinerziehend und ernährt ihre Familie, die schulische Leistung ihrer Kinder ist ihr sehr wichtig. Als Ilah`s Onkel, der viel Wert auf Traditionen legt, sie auf Ilah anspricht, bekommt sie Angst, dass Ilah sich ohne ihr Wissen mit einem Jungen einlassen könnte. Sie übt Druck auf Ilah`s Bruder aus, damit dieser Ilah bespitzelt. Als sie herausbekommt, dass es Nico gibt, sieht Ilah`s Mutter rot. Sie und Ilah`s Onkel haben einen Plan: Ilah soll so schnell wie möglich verlobt werden…

Wie stellen sich junge Menschen ihre Liebesbeziehung und Partnerschaft vor? Welche Rolle spielen die Eltern und andere Familienmitglieder? Inwieweit beeinflussen unterschiedliche Kulturen und Erziehungsweisen? Werden weibliche Teenager anders behandelt als Männliche, agieren sie unterschiedlich? Schon mit diesen Fragen wird deutlich, dass es hier sehr unterschiedliche Vorstellungen, Erwartungen und Handlungsweisen gibt, die zu Missverständnissen und Konflikten führen können. Was passiert, wenn der junge Mensch von Familienmitgliedern unter Druck gesetzt wird? Wie kann man den Dialog innerhalb der Familie gestalten? Was haben Außenstehende zu sagen und was können sie tun, wenn sie bemerken, dass jemand in Schwierigkeiten kommt? Das interaktive Theaterstück „Wer entscheidet?“ regt junge Frauen und Männer an, zu reflektieren, welche Geschlechterrollen sie in ihrem Umfeld wahrnehmen, welche Aspekte der Traditionen, in denen sie aufwachsen, bestärkend oder einschränkend sind und wie sie ihre Rolle in der Gesellschaft sehen. Was wollen sie gerne verändern und wie könnte das aussehen? 

Brennpunktartig werden Situationen gezeigt, in denen Ilah schrittweise ihren eigenen Willen aufgibt. Eigentlich will sie erst mal ihre Ausbildung zu Ende machen und sich dann auf eine Stelle bewerben. Was kann sie tun? Was können und sollen ihre Freundin, ihr Bruder und der Lehrer tun? Nachdem die eindrücklichen Szenen von den Schauspieler*innen des Forumtheaters inszene präsentiert wurden, werden die zuschauenden Schüler*innen aufgefordert, Lösungs- und Handlungsvorschläge zu entwickeln und auf der Bühne auszuprobieren.

Forumtheater inszene e.V. konzipiert interaktive Theaterstücke, die bewegen, Erkenntnisse anstoßen und einen lebendigen Dialog auslösen. Zuschauende und Spielende gestalten miteinander ihr Lebensumfeld neu – auf der Bühne als Probe für das richtige Leben. Der Verein wurde bereits 2007 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz, 2010 von der Phineo gAG für nachhaltige Projekte zur Integration junger Migranten durch Bildung und 2013 mit dem „Hidden Movers Award“ von der Deloitte-Stiftung ausgezeichnet. Kooperationspartner bei der Stückentwicklung waren Agisra e.V., die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat – Mädchenhaus Bielefeld, Terre des Femmes  und Nuran Jörißen (Autorin des Buches „Süßer Tee“). Die  KFD-Stiftung Sankt Hedwig finanzierte die Stückentwicklung.

Pro Aufführung können bis zu 80 Jugendliche teilnehmen. Die Dauer der Veranstaltung umfasst 60 bis 90 Minuten (nach Absprache). Benötigt wird eine Bühnenfläche von mind. 5 x 5 m, max. 80 cm hoch. Die Aufführung richtet sich an Jugendliche. Das Angebot versteht sich inkl. telefonisches Vorgespräch und Briefing, Anreise, Aufbau, Requisiten, ggf. Bühnenequipment (Licht/Hintergrund), Schauspieler*innen und Moderation.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf für Fragen und weitere Informationen!