
Interaktives Theater zum Thema Rassismus und Diskriminierung für Schulen und Jugendhäuser
ALTERSEMPFEHLUNG
Ab Klasse 6.
INTENTION
Rassismus zeigt sich in unterschiedlichen Formen: Beleidigungen, die „gar nicht so gemeint sind“, Vorurteile wegen des Aussehens oder des Namens, sowie eindeutige Ausgrenzung wegen eines bestimmten Merkmals. Insbesondere Jugendliche können durch die dargestellten Szenen nachvollziehen, wie sich subtiler und offener Rassismus anfühlt. Gemeinsam analysieren und benennen sie, warum etwas verletzt und was in solchen Situationen aggressiv macht. Auf der Bühne finden die Jugendlichen selbst Lösungen. Damit setzen sie ein Zeichen für einen sensiblen und fairen Umgang miteinander trotz Unterschiedlichkeiten und gegen Rassismus oder Diskriminierung.
ERLÄUTERUNGEN
Diskriminierung und Rassismus nimmt weiter zu in allen gesellschaftlichen Schichten. Selten wird reflektiert, wie sich Ausgrenzung anfühlt, wodurch sie verursacht wird und welche Auswirkungen das
auf die Betroffenen wie auf die Gesellschaft hat. Insbesondere an Schulen und unter Jugendlichen kann viel geleistet werden, um eine tolerante und aufgeschlossene Gemeinschaft zu entwickeln. Mit dem Forumtheater machen wir erlebbar, wie Ausgrenzung wirkt und wie man sie vermeidet oder dagegen vorgehen kann. Der Dialog und das Gespräch sind die beste Prophylaxe für mehr Zusammenhalt und Solidarität.
INHALT DES STÜCKS
Roja kann noch nicht so gut deutsch und trägt ein Kopftuch. Ihre Mitschüler*innen lassen sie nicht mitspielen und sagen, sie sei dumm. – Jenny verbindet mit dem Land, aus dem die Eltern von Antonio kommen, Gewalt, Drogen und Krieg. Auch die Lehrerin ordnet Antonio dem Herkunftsland seiner Eltern zu. In Wirklichkeit kommt er aus Stuttgart, hier ist er aufgewachsen und sozialisiert. Auch Mirko muss mit Diskriminierung umgehen, er wird vom Türsteher eines Clubs abgewiesen, weil er angeblich so aussieht, wie ein paar Jungs, mit denen es vorher Ärger gegeben hatte.
INTERAKTION UND LERNFELD
Die Schüler benennen, was in den dargestellten Situationen passiert und versuchen neue Wege zu finden und für Roja, Antonio, Mirko und andere einzustehen. Sie probieren aus: Wie geht Zusammenhalt?
ORGANISATORISCHES
Pro Aufführung können maximal 70 Schüler*innen teilnehmen. Die Dauer der Veranstaltung umfasst zwei Schulstunden. Benötigt wird eine Bühnenfläche von mindestens 5×5 m und maximal 80 cm hoch.
Das Angebot beinhaltet ein telefonisches Vorgespräch mit Briefing, Anreise, Aufbau, Requisiten, ggf. Bühnenequipment (Licht/Hintergrund), Schauspieler*innen und Moderatorin.
Für weitere Informationen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!
STIMMEN ZU „MIT MIR NICHT“
„Im Rahmen einer qualitativen Forschung für meine Bachelorarbeit habe ich bei diesem interaktiven Theaterformat an einer Kölner Förderschule hospitiert und war begeistert, wie sehr die Veranstaltung die Jugendlichen abholen konnte.
Als besonders positiv beurteile ich die Ergebnisoffenheit des Formats. Die Schülerinnen konnten mit ihren eigenen Ideen versuchen, die Ausgrenzung und Diskriminierung, welche in den Theaterszenen dargestellt wurden, zu lösen, und diese sogar selbst spielerisch umsetzen. Dadurch konnten sie glaube ich eine sehr empowernde Erfahrung machen, wenn es ihnen gelang, die Szenen so zu transformieren, dass die Ausgrenzung beendet wurde. Das gelang ihnen fast immer, etwa indem eine Schülerin auf der Bühne Zivilcourage zeigte, als er sich für eine Mitschülerin einsetzte, oder indem ein Schüler in die Rolle des Diskriminierten schlüpfte und sich als dieser für sich selbst stark machte. Dabei haben die Schauspielerinnen es ihnen keineswegs leicht gemacht – die, welche die Täterinnen spielten, ließen sich nur schwer von ihrer Position abbringen. Doch die Jugendlichen haben sich dadurch nur umso ehrgeiziger gezeigt. Ich fand es bemerkenswert, dass sie einerseits versucht haben, die ausgegrenzten Protagonistinnen zu verteidigen, dass sie andererseits aber auch bemüht waren, die Täter*innen mit ihrem Handeln zu konfrontieren und in einen Dialog zu gehen, soweit dies möglich war.“
Nina Piening
