Interaktives Theater zum Thema Partizipation in der Kommunalpolitik
HINTERGRUND
Misstrauen in die Demokratie ist ein Phänomen, das mit zunehmenden Krisen auch bei Jugendlichen anzutreffen ist. Rechte Parteien nutzen die Situation aus und erreichen in hohem Maße die Erstwähler*innen. Was macht Demokratie aus? Was bedeutet Mitbestimmung jenseits von Wahlrecht? Was hat Kommunalpolitik mit dem Leben der Jugendlichen zu tun? Das ist den meisten nicht klar. Wo sind die Anlaufstellen, wenn es ein Problem, einen Bedarf gibt, der auf kommunaler Ebene entschieden wird? „Mitmischen“ eröffnet Spielräume: Wo kann ich selbst etwas tun und wo kann ich auf kommunaler Ebene auf drängende Bedarfe aufmerksam machen?
ABLAUF
Parallel finden Interaktive Theaterveranstaltungen und Workshops statt, in denen die Jugendlichen sich mit den Lebensbereichen beschäftigen, die von Kommunalpolitik betroffen sind. In den Workshops entwickeln sie kurze Szenen, Podcasts und Plakate zu ihren Bedarfen. Zu den Theaterveranstaltungen können Kommunalpolitiker eingeladen werden, um ganz konkret auf Wünsche und Anliegen der Jugendlichen einzugehen und Stellung zu beziehen. Die Ergebnisse der Workshops werden auf Wunsch der Jugendlichen an die Bürgermeister*in weitergeleitet.

INHALT DES INTERAKTIVEN THEATERSTÜCKS
Anna, Jule und Luca wollen sich am Abend treffen, aber es gibt keinen Ort, wo sie sich aufhalten können, wenn es regnet. Sie treffen sich schließlich bei einem Freund, in dessen Wohnung aber zu wenig Platz für Eltern, Geschwister und Freund*innen ist. Am Abend muss Anna 1 Stunde auf den Bus warten. Sie fühlt sich nicht sicher. In der Schule gibt es ein großes Problem mit den Toiletten und auch mit der Ausstattung des Schulhofs sind die Jugendlichen nicht zufrieden…
INTERAKTION UND LERNFELD
In den interaktiven Theaterveranstaltungen probieren die Jugendlichen zunächst selbst aus, wie sie mit den Herausforderungen umgehen wollen. Dann wenden sie sich an den Bürgermeister oder die zuständigen Ausschüsse, um ihr Anliegen vorzubringen. Auch die Schülervertretung und Ansprechpersonen in der Schule können ein Schritt auf dem Weg zu einer Lösung sein. Die Schauspieler*innen agieren in den Gegenrollen: Bürgermeister*in, Politiker*in, Ordnungsamt, Lehrkraft… Wie bringe ich mein Anliegen vor? Wie kann ich dafür sorgen, dass sich auch wirklich um unser Anliegen gekümmert wird? Demokratie ist oftmals ein langer Prozess. Trotzdem macht die Erfahrung, sich einzubringen und gehört zu werden, Mut.
ORGANISATORISCHES
interaktives Theater: Dauer: 2 Schulstunden, max drei Klassen, Bühnenfläche von mind. 5 x 5 m, max. 80 cm hoch. Workshops: Dauer: 2x 2 Schulstunden, Raumbedarf: 2 Räume pro Klasse, möglichst leer. Zielgruppe: ab 9. Klasse.
STIMMEN ZUM PROJEKT „MITMISCHEN“
„Im Rahmen einer qualitativen Forschung für meine Bachelorarbeit habe ich diesen Workshop an zwei verschiedenen Schulen begleitet. Leider konnte ich die Abschlussveranstaltungen, bei denen die Ergebnisse in Form von Theaterszenen an Politikerinnen herangetragen wurden, nicht besuchen, weshalb mir ein wichtiger Teil fehlt, um mir ein Gesamtbild von diesem Projekt zu machen. Die Herangehensweise, Jugendliche direkt an politischen Prozessen teilhaben zu lassen und in Kontakt mit Politikerinnen zu bringen, hat mich von Anfang an sehr begeistert. Ich denke, dass es eine großartige Idee ist, welche das Potential hat, Schülerinnen Politik näher zu bringen. Bei meiner ersten Hospitation ist mir aufgefallen, dass vor allem die Aufgabe, das Interesse der Jugendlichen für Kommunalpolitik zu wecken, im Zentrum stand. So hatte ich den Eindruck, dass viele Schülerinnen anfangs wenig interessiert an den Themen des Workshops wirkten, er sie jedoch zum Nachdenken anregen und ermutigen konnte, die eigenen Wünsche und Ideen ernst zu nehmen.
Bei meiner zweiten Hospitation hatten die Jugendlichen von Anfang an selbst eine Menge an Rede- und Diskussionsbedarf. Die einzelnen Workshop-Teile haben sich so stärker in die Länge gezogen, sind aber auch mehr in die Tiefe gegangen. Durch diesen Vergleich habe ich bemerkt, dass der Workshop sehr flexibel aufgebaut ist. Es konnte so auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler*innen eingegangen werden.“
Nina Piening
Forumtheater inszene e.V.
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