war auf jeden Fall cool, vor allem nicht langweilig durch das Mitmachen. 
— Zuschauer nach „die Armen! – Aber bitte nicht hier!“ im Stadtmuseum in Siegburg

Die Methode

Forumtheater und Legislatives Theater sind emanzipatorische Theaterformen, die von dem brasilianischen Theaterpädagogen Augusto Boal in den 1970er Jahren entwickelt wurden. Forumtheater wird weltweit als Methode der Bewusstseinsbildung und der Friedensförderung eingesetzt.

Wie funktioniert Forumtheater?

In mehreren Szenen werden Situationen präsentiert, in denen ein Konflikt brennpunktartig aufscheint. Das Theaterstück endet jeweils mit dem Scheitern einer Person, die versucht, ihre Interessen zu vertreten.
Im Anschluss an die Präsentation des Theaterstückes folgt die Forumphase: Das Publikum wird aufgefordert, Lösungs- und Handlungsvorschläge für den jeweils dargestellten Konflikt auf der Bühne auszuprobieren. Dabei agieren die Schauspieler weiterhin als Gegenspieler.
Sie fordern die Zuschauer heraus, sich dem Konflikt zu stellen, nicht aufzugeben, sondern nach immer neuen Handlungsalternativen zu suchen. Dabei kann das Publikum mit seinen Vorschlägen auch an einem Zeitpunkt, der der vorgestellten Situation vorangegangen ist, ansetzen. Das Publikum erfährt die möglichen Wirkungen der jeweils vorgestellten Idee und neue Ideen werden geboren, oder neue Sichtweisen tun sich auf. Am Ende haben die Zuschauer ein ganzes Spektrum an Handlungsmöglichkeiten gesehen und ausprobiert.

Partizipation/Legislatives Theater

Das Legislative Theater ist eine Weiterentwicklung des Forumtheaters: Konkrete Vorschläge, die sich an Institutionen und Einrichtungen richten, werden während des Forums von den Anwesenden verschriftlicht, um an die zuständigen Stellen (z.B. Schulamt, Ausländerbehörde) weitergeleitet zu werden. In einer anschließenden Auswertung betreuen und dokumentieren ehrenamtliche Unterstützer
von inszene die Umsetzung der Vorschläge beziehungsweise die angestoßene Diskussion in dafür vorgesehenen Nachbereitungstreffen. Angeregt durch die szenische Diskussion der Theater-Foren soll so der innergesellschaftliche Dialog fortgesetzt, positive Impulse aufgegriffen und zur Umsetzung gebracht werden.